Adobe Scan gehört zu den bekanntesten Scanner-Apps fürs iPhone, allein im deutschen App Store mit mehr als 320.000 Bewertungen. Die App ist für den Einstieg kostenlos, zeigt keine Werbung und kommt von einem bekannten Namen. Sie ist aber ganz auf die Adobe-Cloud ausgelegt: Sie fordert eine Anmeldung, und jeder Scan wird in der Adobe Document Cloud gespeichert. Wenn Sie eine Adobe-Scan-Alternative fürs iPhone suchen, die ohne Konto auskommt und Ihre Dokumente auf dem Gerät lässt, zeigt dieser Vergleich, wie sich QuickScan schlägt.
Die Angaben zu beiden Apps stammen aus ihren Einträgen im deutschen App Store und aus der Dokumentation von Adobe (Stand: September 2026).
QuickScan und Adobe Scan im Überblick
| QuickScan | Adobe Scan | |
|---|---|---|
| Preis | Kostenlos für den privaten Gebrauch (freiwillige Spenden). Für Unternehmen: QuickScan Enterprise als Einmalkauf | Kostenlose Basisversion. Premium-Abo für weitere Funktionen (In-App-Käufe von 4,49 € bis 74,99 €) |
| Werbung | Keine | Keine |
| Konto | Nicht nötig | Anmeldung mit einem Adobe-, Google-, Facebook- oder Apple-Konto |
| Datenschutzangaben im App Store | „Keine Daten erfasst“ | Enthält „Daten, die zum Tracking deiner Person verwendet werden“ (Kennungen) sowie mit Ihnen verknüpfte Daten wie Kontaktinformationen, Benutzerinhalte und Suchverlauf |
| Wo Ihre Dokumente bleiben | Auf Ihrem Gerät. Kein Server, funktioniert offline | Automatisch in der Adobe Document Cloud gespeichert |
| Texterkennung (OCR) | Ja: auf dem Gerät, durchsuchbare PDFs, mehr als 25 Sprachen | Ja, mit Internetverbindung und Adobe-Cloud. Premium hebt das Limit von 5 auf 100 Seiten an |
| Exportformate | PDF (durchsuchbar), JPG, TXT, Excel, CSV | PDF, JPG. Word und weitere Formate mit Premium |
| Cloud-Ziele | iCloud Drive, Dropbox, Google Drive, OneDrive, SharePoint, WebDAV, SMB/NAS, Nextcloud, pCloud, Paperless-ngx, E-Mail, auf Wunsch automatisch nach jedem Scan | Adobe Document Cloud (5 GB kostenlos, 20 GB mit Premium). Andere Apps über das Teilen-Menü |
| Unterschriften | Ja (mit dem Finger, dem Apple Pencil oder importiert) | In einer separaten App (Acrobat Reader) |
| Schutz | App-Sperre mit Face ID / Touch ID, passwortgeschützte PDFs | Passwortgeschützte PDFs mit Premium |
| Plattformen | iPhone und iPad | iPhone, iPad und Android |
Datenschutz: der größte Unterschied
QuickScan arbeitet vollständig auf Ihrem iPhone oder iPad. Scannen, Texterkennung und Dateiverarbeitung passieren auf dem Gerät, ohne Server, ohne Konto und ohne Internetverbindung. Im App Store steht bei QuickScan deshalb „Keine Daten erfasst“.
Adobe Scan funktioniert genau andersherum. Laut App-Store-Eintrag werden Scans automatisch in der Adobe Document Cloud gespeichert, und die Anleitung von Adobe ergänzt, dass die Texterkennung eine Internetverbindung und eine Verbindung zum Adobe-Cloudspeicher braucht. Die Datenschutzangaben führen Kennungen als Daten zum Tracking auf und verknüpfen weitere Daten mit Ihrer Identität: Kontaktinformationen, gekaufte Artikel, Benutzerinhalte, Suchverlauf, Nutzungsdaten und Diagnose.
Eine Cloud-Synchronisierung ist praktisch, wenn Sie Ihre Scans auf allen Geräten haben möchten. Gescannte Dokumente gehören aber oft zu den privatesten Dateien überhaupt: Verträge, Rechnungen, Arztbriefe, Ausweise. Mit QuickScan erreichen sie keinen Server, solange Sie sie nicht selbst exportieren, und dann landen sie in dem Speicher, den Sie wählen.
Und die Nutzungsbedingungen von Adobe?
Im Juni 2024 sorgte eine Änderung der Nutzungsbedingungen von Adobe für Empörung: Viele Nutzer verstanden sie so, dass Adobe auf ihre Dateien zugreifen und damit seine KI trainieren dürfe. Adobe erklärte (Englisch), nie generative KI mit Kundeninhalten trainiert zu haben, und überarbeitete die Bedingungen. Die aktuellen Nutzungsbedingungen versprechen, Ihre Dateien nicht zum Training generativer KI-Modelle zu verwenden. Sie sehen aber auch vor, dass Inhalte auf den Servern von Adobe automatisch auf illegales Material geprüft werden können, wie bei Cloud-Diensten üblich.
Diese Regeln gelten für Ihre Scans, weil sie in der Adobe-Cloud liegen. Bei QuickScan stellt sich die Frage gar nicht: Ihre Scans bleiben auf Ihrem Gerät.
Preis: kostenlos oder Premium
QuickScan ist für den privaten Gebrauch kostenlos, mit allen Funktionen: keine Werbung, kein Abo, keine Einschränkungen. Freiwillige Spenden unterstützen die Weiterentwicklung. Unternehmen nutzen QuickScan Enterprise, einen Einmalkauf (69,99 €), der über Apple Business Manager erhältlich ist.
Adobe Scan ist für einfaches Scannen kostenlos. Das Premium-Abo bringt Funktionen wie das Zusammenführen und Komprimieren von Dateien, Passwortschutz, den Export nach Word und in weitere Formate, das Bearbeiten von Text in Scans und ein höheres Limit für die Texterkennung. Im deutschen App Store reichen die In-App-Käufe von 4,49 € bis 74,99 €.
Wo QuickScan punktet
1. Kein Konto, keine Cloud
App öffnen und scannen. Sie müssen sich nirgends registrieren, und Ihre Dokumente bleiben auf Ihrem iPhone oder iPad, bis Sie sie exportieren. Scannen und Texterkennung funktionieren auch offline.
2. Automatisierung
QuickScan kann Ihre Scans automatisch benennen (Datum, Titel, Aussteller und mehr) und sie direkt nach dem Scannen exportieren. Mit Export-Favoriten hat jedes Ziel seine eigenen Einstellungen: Format, Farben, Dateiname. Starten Sie einen Scan über ein Widget auf dem Startbildschirm oder Sperrbildschirm, das Kontrollzentrum, die Aktionstaste oder Siri, und Ihr Dokument ist in Sekunden abgelegt.
3. Ihre Dokumente landen in Ihrem eigenen Speicher
Adobe Scan speichert in der Adobe Document Cloud. QuickScan sendet Ihre Scans direkt an den Speicher, den Sie schon nutzen: iCloud Drive, Dropbox, Google Drive, OneDrive, SharePoint, WebDAV, SMB-Freigaben und NAS, Nextcloud, pCloud oder Paperless-ngx. Selbst gehostete Lösungen funktionieren also ohne Umwege.
4. Alles inklusive
Durchsuchbare PDFs, passwortgeschützte PDFs, Unterschriften in derselben App und gedruckte Tabellen als Excel- oder CSV-Datei: Es gibt keine Premium-Stufe, die Sie freischalten müssen.
Wann Adobe Scan die bessere Wahl ist
Adobe Scan bleibt eine leistungsfähige App. Sie passt vielleicht besser zu Ihnen, wenn Sie:
- bereits mit Adobe Acrobat arbeiten und Ihre Scans mit dem Computer, dem Web oder einem Android-Smartphone synchronisieren möchten. QuickScan gibt es nur für iPhone und iPad.
- Scans als Word-Dokument speichern oder den Text in einem Scan bearbeiten möchten (Premium).
- die eigenen Aufnahmemodi nutzen wollen, etwa für Bücher mit Trennung gegenüberliegender Seiten, Visitenkarten, die in den Kontakten landen, oder Ausweise mit beiden Seiten auf einer Seite.
So wechseln Sie von Adobe Scan zu QuickScan
- Laden Sie QuickScan kostenlos aus dem App Store.
- Speichern Sie in Adobe Scan die Dokumente, die Sie behalten möchten, als PDF in der Dateien-App oder einem Cloud-Ordner.
- Importieren Sie diese PDFs in QuickScan. QuickScan kann auch in vorhandenen PDFs Text erkennen, sodass sie durchsuchbar werden.
- Legen Sie einen Export-Favoriten für Ihr übliches Ziel an, damit Ihre nächsten Scans automatisch abgelegt werden.
- Wenn Sie keine Kopien mehr auf den Servern von Adobe möchten, löschen Sie sie aus der Adobe Document Cloud.
Fazit
Adobe Scan ist ein solider kostenloser Scanner und passt gut, wenn Sie bereits mit Adobe-Programmen arbeiten. Die App fordert aber eine Anmeldung, speichert jeden Scan in der Adobe-Cloud und stellt viele Funktionen nur im Abo bereit. Wenn Sie ein iPhone oder iPad nutzen und einen Scanner suchen, der ohne Konto auskommt, offline funktioniert und alles auf Ihrem Gerät lässt, ist QuickScan die Adobe-Scan-Alternative, die Sie ausprobieren sollten.
QuickScan kommt im App Store auf 4,9 von 5 Sternen bei über 32.000 Bewertungen und wurde mehrfach von Apple empfohlen.
Weiterlesen:
- QuickScan vs. iScanner: Welcher Dokumentenscanner passt zu Ihrem iPhone?
- Microsoft Lens Alternative für iOS: Warum QuickScan ein guter Ersatz ist
Quellen: Adobe Scan im App Store, die Anleitung zu Adobe Scan für iOS (Fehlerbehebung, Abos; Englisch) und QuickScan im App Store (Stand: September 2026); Allgemeine Nutzungsbedingungen von Adobe (Oktober 2025); Adobe-Blog, Juni 2024 (Englisch).